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Schweigen als Anwort - die Akte Paleto

vor etwa 17 StundenPolitik
Schweigen als Anwort - die Akte Paleto

Es gibt Momente, in denen das Schweigen einer Institution lauter spricht als jede Stellungnahme.
Wir befinden uns in einem solchen Moment.

Seit Wochen berichten wir über die Vorgänge rund um die Landzunge vor Paleto Bay - ein Ort, der sich in kürzester Zeit von einer unbekannten Fundstelle zu einem der rätselhaftesten und beunruhigendsten Orte in ganz San Andreas entwickelt hat.

Unsere Leserinnen und Leser kennen die Fakten:
eine okkulte Grabstätte mit tierlichen Opfergaben, menschliche Leichenteile, ein elefantengroßes Knochengerippe in der Form eines Raben, rot leuchtende Bäume, sowie eine verschlossene Krypta, eine unidentifizierbare Raubkatze von unnatürlicher Größe mit leuchtend roten Augen, die jeden vertreibt der sich nähert - und das alles zwischen schwebenden Bäumen.

Was unsere Leserinnen und Leser noch nicht wissen:
Es sollte nicht dabei bleiben. Der Wald hielt noch einen weiteren Akt bereit.


Was wir gesehen haben

In den vergangenen Tagen erhoben sich im Bereich des Sägewerkes, unterhalb des sogenannten Bratwa-Dorfes, unweit der Fundstätte ganze Landmassen aus dem Boden - Gesteinsbrocken, die zu einer Art Parkour in die Höhe ragten und auf einer schwebenden Plattform endeten, auf der ein Springbrunnen und ein Obelisk alle Schaulustigen, die mutig genug waren, um sie zu erklimmen, empfingen.
Vor diesem Obelisk, und das berichten mehrere unabhängige Augenzeugen übereinstimmend, schwebte eine transparente Silhouette.
Menschlich in der Form. Keiner Erklärung zugänglich.

Was folgte, war kein geordneter Behördeneinsatz. Es war eine Versammlung unzähliger Fahrzeuge, mindestens ein Dutzend Helikopter, Vertreter aller möglichen organisierten Gruppen der Stadt - und schließlich des Militärs mit gepanzerten Fahrzeugen.
Doch niemand schien sich längerfristig nähern zu wollen oder zu dürfen.
Wenige Stunden später war der Ort wieder so ruhig und unscheinbar, wie zuvor, als wäre nie etwas gewesen.


Was wir nicht wissen - und warum das ein Problem ist

Warum war das Militär vor Ort?
Welche Bedrohungslage rechtfertigt den Einsatz gepanzerter Fahrzeuge, ohne dass die Bevölkerung informiert wird?
Warum wurde die Defcon-Einstufung nicht angepasst, wenn der Staat offenbar selbst von einer Situation ausgeht, die militärische Präsenz erfordert?

Diese Fragen stellen wir nicht beurteilend oder mit erhobenem Finger.
Wir stellen sie, weil Mitbürgerinnen und Mitbürger, eben mit diesen Fragen auf uns zu kommen und um Recherche bitten - und weil wir als Presseinstitution die Pflicht haben, sie weiterzugeben.

Die Direktion unseres Medienhauses bat die Regierung von San Andreas bereits formell um eine Pressekonferenz zu diesen Ereignissen mit dem ausdrücklichen Wunsch, um eine Rückmeldung bis zum vergangenen Sonntag - hinsichtlich der gegebenen Dringlichkeit.

Diese Rückmeldung ist bis heute nicht erfolgt.


Was Schweigen bedeutet

Wenn Menschen keine Antworten auf ihre Ungewissheiten erhalten, so werden Gerüchte und behelfsmäßige Unwahrheiten schnell zur angenehmen, aber fatalen Notlösung.
Genau deshalb möchten wir die Möglichkeit schaffen, der Bevölkerung von San Andreas Wahrheiten und Fakten zu liefern - und wir tun das öffentlich, weil der diskrete und direkte Weg bisher nicht funktioniert hat.

Aber wir müssen auch klar benennen, was Schweigen in solchen Situation bedeutet:
Es bedeutet, dass Menschen über Vorgänge in ihrer unmittelbaren Umgebung im Dunkeln gelassen werden. Vorgänge, bei denen Freunde, Familie, KollegInnen, NachbarInnen - Personen aller Art also - spurlos verschwinden.
Vorgänge, die militärische Reaktionen auslösen.
Vorgänge, für die niemand eine Erklärung liefert - nicht die Behörden, nicht der Staat und nicht einmal die Wissenschaft.

Eine Gesellschaft, die informiert werden will, hat das Recht auf Antworten. Nicht irgendwann. Jetzt!

Die Redaktion der Weazel News wiederholt ihren formellen Antrag auf Einberufung einer öffentlichen Pressekonferenz.
Wir bitten die Regierung von San Andreas, diesen Antrag ernst zu nehmen.
Im Interesse der Sicherheit und des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger des Landes.

  • Redaktion der Weazel News