„Er nimmt, was man liegen lässt“ – rätselhafte Vorfälle in Geschäften und Baumärkten

vor 1 TagAlltag
„Er nimmt, was man liegen lässt“ – rätselhafte Vorfälle in Geschäften und Baumärkten

Los Santos:  Es beginnt immer gleich. Nichts Spektakuläres. Kein Einbruch, kein Alarm, kein Glasbruch. Nur eine Kleinigkeit, die fehlt.

Ein Schraubendreher.
Eine Packung Nägel.
Ein Schlüsselbund, der am Abend noch auf dem Tresen lag.

Am nächsten Morgen: verschwunden.

In den vergangenen Tagen melden mehrere Geschäfte und Baumärkte im Stadtgebiet ungewöhnliche Vorfälle. Mitarbeiter berichten übereinstimmend von Gegenständen, die sich nicht mehr auffinden lassen, obwohl sie nachweislich nicht verkauft wurden. Kassenbestände stimmen, Überwachungssysteme zeigen keine eindeutigen Auffälligkeiten.

„Es ist, als würde jemand genau wissen, wo er hingreifen muss“, sagt ein Angestellter eines Baumarkts. „Nicht viel. Nur genug, dass du merkst: Hier stimmt was nicht.“

Auffällig ist die Auswahl der Dinge. Es verschwinden keine großen Maschinen, keine wertvollen Geräte. Stattdessen sind es kleine, unscheinbare Gegenstände: Werkzeug, Schrauben, Kleinteile. Dinge, die man leicht übersieht. Dinge, die man liegen lässt.

Doch es bleibt nicht dabei.

Mehrere Mitarbeiter berichten unabhängig voneinander von Veränderungen über Nacht. Regale, die am Abend noch ordentlich waren, wirken am Morgen verschoben. Kartons stehen an anderen Stellen.

In einem Fall wurde eine komplette Werkzeugreihe scheinbar „sortiert“, allerdings nach einem System, das niemand im Betrieb nachvollziehen kann.

Und dann sind da die Geräusche.

Leises Klopfen.
Ein kurzes Schaben über Beton.
Ein dumpfes Poltern, als würde etwas Kleines, Schnelles zwischen Regalen verschwinden.

„Du hörst es nur kurz“, sagt eine Kassiererin. „Und wenn du hingehst, ist da nichts. Aber… es fühlt sich nicht leer an.“

Offiziell gibt es bislang keine Erklärung. Die Polizei hat sich bisher nicht geäußert. Hinweise auf organisierte Täter oder klassische Einbrüche liegen der Weazel News nicht vor.

Inoffiziell jedoch verbreitet sich eine andere Theorie.

Zunächst nur als Scherz. Leise ausgesprochen, zwischen zwei Regalen, halb lachend.
Inzwischen ernster.

„Kobold.“

Der Begriff fällt in immer mehr Gesprächen. Ein Wesen, so heißt es, das sich dort aufhält, wo Dinge unbeachtet bleiben. Das nimmt, was nicht gesichert ist. Das ordnet  oder durcheinanderbringt, nach eigenen Regeln.

Ein älterer Mitarbeiter formuliert es anders:


„Früher hat man gesagt, du musst deine Sachen respektieren. Sonst holt er sie sich.“

Ob hinter den Vorfällen eine Person, mehrere Täter oder tatsächlich nur eine Kette ungewöhnlicher Zufälle steckt, ist unklar. Sicher ist nur: Die Fälle häufen sich  und sie folgen einem Muster, das sich nicht leicht erklären lässt.

Auffällig ist zudem, dass Betriebe, in denen besonders sorgfältig gearbeitet und Ordnung gehalten wird, bislang nicht betroffen zu sein scheinen.

Zufall?

Oder Regel.

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