-Sprich mit mir-
Der Moment, in dem die Dunkelheit meine Sicht verschleiert,
wenn der Tag zur Nacht wird
und alles vor meinen Augen versinkt,
dann sehe ich dich.
Nicht, weil ich es will.
Nicht, weil es schön ist.
Sondern weil ich es brauche.
Ich sehne mich nach deiner Vergebung
für die Tat, die du mir zuschreibst.
Ein einziges „Es ist gut“ aus deinem Mund
wäre Balsam für meine Seele.
Noch einmal, wie früher,
in deinem Arm ruhen.
Können wir endlich sprechen?
Abschließen. Klären.
Wir sollten getrennte Wege gehen.
Doch während ich den meinen wähle,
stößt du mir das Messer in den Rücken,
kalt, scharf,
in Gift getränkt.
Du vergisst:
Wir gehen gemeinsam unter.
Je tiefer du die Klinge treibst,
desto tiefer schneidet sie auch in deine Hand.
Du hast ihre zweite Schneide übersehen.
Meine Lungen füllen sich mit Blut,
während deines den Boden färbt.
So hauche mir mit deinem letzten Atemzug
eine Entschuldigung zu.
Dann kann ich gehen,
mit Frieden im Herzen.
Ich brauche deine Gnade.
Ich brauche deine Vergebung.
Und doch
bin ich unschuldig.
-M.S., 2026
Weazel Writers – Deine Stimme fehlt noch
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