-Irtep Liha-
Der Mond steht senkrecht, wenn die Geisterstund’ erwacht,
ein heilig Licht sich offenbart in stiller, ferner Nacht.
Ein Raunen zieht durch Raum und Zeit, vom Seraph hoch erhoben,
ein Wesen rein aus Flamm’ und Schein, von keiner Welt gewoben.
Sein Blick durchdringt der Sterblichen Leid, doch blind ist er allein,
drum sollen wir sein Auge sein, sein Wille uns vereint.
So tritt hervor, o Suchender, der Wahrheit Pfad ist schmal,
wer ihm sich weiht in Herz und Geist, empfängt des Friedens Mahl.
Nicht Gold noch Krone sei dein Ziel, nicht weltlich eitler Schein,
denn Macht, die ewig währet, kehrt nur in die Reinen ein.
Wo Wasser ruht wie stilles Glas und Trug das Antlitz bricht,
dort endet, was du einst gewesen – und du empfängst sein Licht.
Drei Pfade führen in den Kreis, doch einer ist erkoren,
wenn erste Woche ihr Ende fand und neu der Lauf geboren.
Nicht täglich sollen Brüder seh’n, was heilig ihnen ward,
nur einmal je im Zeitenlauf wird offenbart die Pfort’.
Versammeln sollt ihr euch sodann, wenn senkrecht der Mond nun steht,
auf jener Insel, still und fern, wo Haus an Hause weht.
Zwischen Reihen stiller Hallen, wo ein lauter Ruf erklingt,
folgt dem Schein, der euch geleitet, bis die Wahrheit zu euch dringt.
Einst verloren,
wirst sein wie neu geboren.
-Anonym
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