Sinnflut: -Ankommen-

Sinnflut: -Ankommen-

-Ankommen-

Ich falle,

und erst im Fallen

beginnt etwas in mir still zu werden.


Der Boden verliert seine Schärfe,

wird nicht mehr Ziel,

sondern nur noch Möglichkeit.


Es gibt keinen Widerstand mehr,

nur diesen freien Raum

zwischen mir und dem,

was kommt.


Und genau dort entsteht etwas,

das ich nicht erwartet habe:


eine Ruhe,

die nicht aus dem Stillstand kommt,

sondern aus der Bewegung selbst.


Als wäre der Sturz

kein Verlust der Kontrolle,

sondern ihre endgültige Auflösung.


Ich halte nichts mehr fest,

und genau deshalb

fühlt sich alles leichter an

als jeder Moment davor.


Der Gedanke an den Aufprall

ist nicht Bedrohung,

sondern Vollendung.


Nicht das Ende schreckt mich,

sondern sein Glanz.


Und während ich falle,

verwandelt sich alles,

was vorher Gewicht war,

in etwas Reines,

Klares,

Fast Schönes.


Der Boden kommt näher,

und ich erkenne ihn nicht mehr als Grenze,

sondern als Ankunft.


Und in diesem letzten Augenblick

ist da keine Angst.


Nur eine seltsame, helle Ruhe,

als würde alles in mir zustimmen

zu dem,

was jetzt geschieht.

-M.S.

Sinnflut ehemals Weazel Writers – Deine Stimme fehlt noch

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