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Das versunkene Dorf am Alamo Sea

Das versunkene Dorf am Alamo Sea

Warum verschwand eine ganze Siedlung aus den Akten von San Andreas?

Wer heute am südöstlichen Ufer des Alamo Sea entlangläuft, entdeckt einen Ort, der nicht in das Bild der Wüste passt. Zwischen dem fast schneeweißen Sand ragen die Überreste mehrerer Häuser hervor. Zerbrochene Mauern, eingestürzte Dächer und Fundamente liegen verstreut, als hätte hier einst ein kleines Dorf gestanden und als wäre es innerhalb weniger Tage ausgelöscht worden.

Merkwürdig ist jedoch nicht, dass die Ruinen existieren, sondern dass es sie offiziell nie gegeben haben soll.

Nach Recherchen der Redaktion findet sich in den öffentlich zugänglichen Archiven des Bundesstaates San Andreas kein einziger Eintrag über eine Siedlung an dieser Stelle. Keine Baugenehmigungen, keine Grundbücher, keine Hinweise auf ehemalige Bewohner. Selbst alte Straßenkarten zeigen dort lediglich eine unbebaute Küstenlinie. Dennoch sprechen die Ruinen eine andere Sprache.

Unsere Nachforschungen führten uns zu einem inzwischen 84-jährigen ehemaligen Bauingenieur, der in den 1970er-Jahren für ein staatliches Infrastrukturprojekt gearbeitet haben will. Unter der Bedingung völliger Anonymität schilderte er eine Geschichte, die kaum zu glauben ist.

„Man sagte uns, wir würden einen Damm verstärken. Tatsächlich bauten wir jedoch Pumpstationen, die den Wasserspiegel des Alamo Sea künstlich anheben konnten. Niemand erklärte uns, warum. Fragen waren nicht erwünscht.“

Wenige Monate nach Abschluss der Arbeiten, so behauptet der Mann, sei das Dorf innerhalb einer einzigen Nacht evakuiert worden. Militärfahrzeuge hätten sämtliche Zufahrtsstraßen abgesperrt. Die Bewohner hätten ihre Häuser verlassen müssen und lediglich das Nötigste mitnehmen dürfen. Ihnen sei versprochen worden, dass sie nach Abschluss einer kurzfristigen Sicherheitsmaßnahme zurückkehren könnten.

Doch niemand kehrte jemals zurück.

Bereits am nächsten Morgen soll der Wasserspiegel des Alamo Sea ungewöhnlich stark angestiegen sein. Innerhalb weniger Tage verschwanden Straßen, Gärten und schließlich die Dächer der Häuser unter der Wasseroberfläche. Offiziell sprach damals niemand darüber. Zeitungen berichteten lediglich über außergewöhnlich starke Niederschläge obwohl Wetteraufzeichnungen aus jener Woche angeblich keinen einzigen größeren Regen verzeichneten.

Mehrere Jahre später zog sich das Wasser langsam wieder zurück.

Zurück blieb kein Dorf, sondern ein Friedhof aus Beton und Holz. Türen waren verschwunden, Fenster eingeschlagen und die Gebäude bis auf ihre Grundmauern zerstört. Es wirkte beinahe so, als hätte jemand bewusst dafür gesorgt, dass niemand jemals wieder dort wohnen würde.

Doch warum?

Ein ehemaliger Geologe, der nach eigenen Angaben an Untersuchungen in der Region beteiligt war, behauptet, unter dem heutigen Alamo Sea verlaufe ein weit verzweigtes Tunnelsystem aus dem Kalten Krieg. Dort sollen geheime Forschungseinrichtungen entstanden sein, lange bevor Los Santos zu der Metropole wurde, die wir heute kennen. Das Dorf habe sich genau über einem der wichtigsten Zugangsschächte befunden.

Als bei Bohrungen instabile Hohlräume entdeckt worden seien, habe die Regierung beschlossen, den gesamten Bereich zu fluten, offiziell zum Schutz der Bevölkerung, tatsächlich jedoch, um sämtliche Zugänge dauerhaft unzugänglich zu machen.

Noch brisanter sind Aussagen ehemaliger Fischer aus Sandy Shores. Sie berichten übereinstimmend, dass sie bis heute bestimmte Bereiche des Sees meiden. Immer wieder sollen dort nachts Lichter unter der Wasseroberfläche zu sehen sein. Manche sprechen von einem tiefen Brummen, das aus dem Boden komme. Andere erzählen, ihre Kompasse würden plötzlich verrücktspielen oder Motoren ohne ersichtlichen Grund ausfallen.

Die Weazel-News-Redaktion sprach außerdem mit mehreren Lost-Place-Fotografen, die die Ruinen in den vergangenen Jahren besucht haben. Einer von ihnen schilderte einen Vorfall, der ihn bis heute beschäftigt.

„Ich fotografierte gerade eines der eingestürzten Häuser, als ich Schritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um, niemand war da. Sekunden später schlug die Tür des Hauses zu, obwohl es völlig windstill war. Als ich meine Kamera später auswertete, fehlten genau die Aufnahmen, die ich im Inneren gemacht hatte.“

Ein anderer berichtet von alten Kinderspielzeugen, die an unterschiedlichen Tagen immer wieder an anderen Stellen gelegen hätten. Wieder ein anderer will frische Fußspuren im Sand entdeckt haben, obwohl nach seinen Angaben niemand außer ihm vor Ort gewesen sei.

Besonders rätselhaft bleibt ein massiver Betonschacht, der wenige Meter von den Ruinen entfernt teilweise aus dem Sand ragt. Seine Funktion ist unbekannt. Offizielle Stellen bezeichnen ihn lediglich als Überrest einer alten Entwässerungsanlage. Versuche unabhängiger Forscher, den Schacht zu öffnen, sollen jedoch wiederholt von unbekannten Sicherheitskräften unterbunden worden sein.

Je länger unsere Recherchen dauerten, desto häufiger stießen wir auf Akten mit fehlenden Seiten, widersprüchliche Zeitangaben und Zeugen, die zunächst reden wollten, ihre Aussagen kurz darauf jedoch plötzlich zurückzogen.

Zufall?

Oder steckt hinter den Ruinen tatsächlich mehr als nur ein vergessenes Dorf?

Vielleicht handelt es sich lediglich um die Überreste einer längst aufgegebenen Siedlung.

Vielleicht aber wurden hier Menschen umgesiedelt, Erinnerungen ausgelöscht und ein Ort aus den Geschichtsbüchern gestrichen, weil unter seinem Fundament etwas verborgen liegt, das niemals gefunden werden sollte.

Wer heute durch die verlassenen Straßen zwischen den eingestürzten Mauern läuft, hört nur den Wind, der den weißen Sand über die alten Fundamente treibt.

Doch manche behaupten, wenn die Sonne untergeht und das Wasser vollkommen still wird, könne man für einen kurzen Moment das Dorf wieder hören: Autotüren, Kinderlachen und das Läuten einer Kirchenglocke.

Als wäre es niemals verschwunden.